Der Charme einer ehemaligen Reichsstadt
mit einer gut berollbaren Fußgängerzone

Der Hexen-Turm

Im Jahre 1128 wurde Memmingen erstmalig als Mammingin erwähnt. Bereits 30 Jahre später wurde Memmingen zur Stadt erhoben und 1286 zur Freien Reichsstadt erklärt. Dies endete sich jedoch, als Memmingen ab 1806 zum Königreich Bayern gehörte. Ansonsten erinnert noch manches an die abwechslungsreiche Geschichte dieser Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Memmingen in Laufe der Jahre zu einer blühenden Stadt. Die Altstadt mit ihren vielen Plätzen, Bürger- und Patrizierhäusern und der Stadtbefestigung zählt übrigens zu jenen Städten, die in Süddeutschland am besten erhalten sind. Nebenbei bemerkt, ist Memmingen die viertgrößte Stadt des Regierungsbezirks Schwaben.

Dieser Rund(roll)gang durch Memmingens gut berollbare Fußgängerzone beginnt beim Hexen-Turm, wo sich auch zwei Behinderten-Parkplätze befinden. Bahnreisende könne vom Bahnhof aus dorthin gelangen, indem sie zunächst der Maximiliansstraße folgen, dann beim Parkplatz Hall-Hof abbiegen und diese Gasse bis zu deren Ende rollen/gehen. Dann geht man kurz nach links, um dann der Straße „Ratzengraben“ zu folgen.

Das Steuer-Haus

Neben diesen Parkplätzen befindet sich der schiefe Hexen-Turm, der um 1180 erbaut und später erhöht wurde. Dies ist übrigens einer von den drei Gefängnistürmen an der ehemaligen Stadtmauer, der auch als Ehebrecher-Turm bezeichnet wurde. Das Häuschen daneben mit dem Blumenschmuck und der hübschen Anpflanzung davor wird als Geräteschuppen des Bauhofes genutzt.

Von diesem Turm aus gelangt man durch die Schlossergasse – diese ist bereits Teil der Fußgängerzone – zu dem weiten Marktplatz. Gleich rechterhand befindet sich dort das Renaissancerathaus mit seinen Türmen, das im Jahre 1589 errichtet wurde. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde die Fassade mit vielen Rokoko-Elemente versehen. Etwas davon entfernt erblickt man den Marktbrunnen. Zwar gab es schon 1566 einen Brunnen, doch seither wurde dieser des Öfteren entfernt und wieder errichtet – zuletzt geschah dies 1994. Seitlich des Rathauses befindet sich das damalige Steuer- und Kassenamt, das 1495 erbaut und 1708 um ein Stockwerk erhöht wurde. Dieses prächtige Gebäude mit seinen Arkaden wird nun als städtisches Verwaltungsgebäude genutzt.

Der Fischer-Brunnen

Bevor man nun den Marktplatz verlässt, lohnt sich rechterhand noch ein Blick zu dem Kirchturm der denkmalgeschützten Stadtpfarrkirche Sankt Martin, deren Geschichte sich bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.

Nun folgt man der Krämerstraße, die bereits 1972 zur Fußgängerzone umgestaltet wurde. Darin befinden sich überwiegend Geschäfte und Läden, die meist barrierefrei zugänglich sind. Nicht zuletzt deshalb eignet sich diese Straße auch gut für einen Schaufenster-Bummel. Den Abschluss der Fußgängerzone bildet der Schrannenplatz – der einstige Getreideumschlagplatz – mit dem Fischer-Brunnen, der sich dort seit 1955 befindet. Die Figur auf der Brunnenanlage symbolisiert den alljährlichen Memminger Fischertag, der dort Ende Juli stattfindet.

Von diesem Platz aus bietet sich ein Abstecher zu eines der sieben Memminger Wahrzeichen an: Dem Siebendächer-Haus. Hierzu folgt man der Lindentorstraße bis zur Ecke Gerberplatz. Dort wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts dieses sehenswerte Gebäude errichtet, das den Gerbern zum Trocknen der Felle dienten. Dies wurde durch eine Giebelform mit den aufklappbaren Seitenluken ermöglicht. Nun ist darin neben einer Apotheke das Stammhaus der „Siebendächer Wohnungsbau“ untergebracht.

Zurück zum Schrannenplatz geht es nun auf der linken Seite des Stadtbachs weiter, dem man bis zum Marktpatz folgt. Indem sich dort einst Gerber und weitere Handwerksbetriebe angesiedelten hatten, entstand hierdurch ein romantisches Viertel – dank der Cafés und kleinen Läden ist auch jetzt noch vorstellbar, wie es wohl damals gewesen war.

Zum Schluss sei noch das „Kreuzherrncafé“ mit einem kleinen Innenhof (s. ergänzende Hinweise) erwähnt. Das ehemalige Kreuzherrenkloster erreicht man, indem vom Marktplatz aus der Kalchstraße folgt und dann in die Hallhofgassee einbiegt. Übrigens: Diese gesamte Anlage, deren Anfänge ins 13. Jahrhundert zurückreichen, wurde zwischen 1998 und 2003 denkmalgerecht saniert und restauriert.

Von diesem Café aus erreicht man den Parkplatz via die Straße „Ratzengraben“, indem man sich nach links bzw. nach rechts wendet, um via Hallhofgassee und Maximiliansstraße wieder zum Bahnhof zu gelangen.

Reisende mit dem Auto Navi-Adresse: Schlossergasse/Ratzengraben
Reisende mit der Bahn Bei der Bahn „Go-Ahead Bayern“ wird an manchen Bahnsteigen eine Rampe benötigt – wie z.B. in Memmingen. Deshalb ist es zweckmäßig, sich bei der Mobilitätsservice-Zentrale der DB (030 65 21 28 88) anzumelden.
Behinderten-Parkplatz
(Parkausweis)
Schlossergasse (2)
Rolli-WC
(Euro-Schlüssel)
• Bahnhof (Zwischen dem Bäcker und den Ticketautomaten – gegenüber vom Presse/Bahnhofsshop)
• Schlossergasse (Nähe Marktplatz)
Gastronomie „Kreuzherrn-Café“ (Hallhof 5)
Cafés „Café Klatschmohn“ (Obere Bachgasse 8)
Museen etc.: „Memmingen Barrierefrei“
Übernachtung „Memmingen Barrierefrei“
Weitere Infos „Memmingen Barrierefrei“